Kardiologie Untersuchung Hund Haustier - Dr. Andre Mischke - www.kleintierzentrum-harsefeld.de

Ziele der tiermedizinischen kardiologischen Untersuchung

Herz- und Lungenerkrankungen unserer Hunde und Katzen sind im Auftreten und Ihrer Erscheinung sehr vielfältig und kommen zahlenmäßig relativ häufig vor. Sie können angeboren, vererbt oder auch im Laufe des Lebens erworben sein. Einige dieser Erkrankungen, die wir als Tierärzte sehen, sind ähnlich bzw. identisch mit den Herzerkrankungen, die beim Menschen auftreten und werden auch ähnlich behandelt. Andere Erkrankungen sind bei unseren Hunden und Katzen einzigartig und werden dementsprechend auch speziell therapiert. Klinische Anzeichen einer Herz- oder Lungenerkrankung können stark variieren. Anzeichen sind zum Beispiel Leistungsschwäche, Kurzatmigkeit in Ruhe oder nach geringer Belastung, Kollaps, veränderte Farbe der Zunge, überlaute Atemgeräusche oder auch Husten.

Unser Ziel ist es, für Sie eine exakte Diagnose der Erkrankung Ihres Haustieres zu stellen und Ihnen zu erklären, welche Behandlungsmöglichkeiten bestehen, wie der Verlauf der Erkrankung sein wird und was Sie für die Zukunft zu erwarten haben.

Dr. med. vet. Andre Mischke - Spezialist für KardiologieDazu ist es unter anderem notwendig, von Ihnen alle verfügbaren Informationen zur Vorgeschichte zu erhalten. Nach einer eingehenden Allgemeinuntersuchung mit Herzauskultation (Herztöne abhören) werden dann die entsprechenden notwendigen speziellen kardiologischen Untersuchungsverfahren ausgewählt und gegebenenfalls angewendet.

Dazu zählt die Röntgenuntersuchung des Brustraumes, das Elektrokardiogramm (EKG), das 24-Stunden-EKG, die Herzultraschalluntersuchung mit den verschiedenen farbdopplersonografischen Verfahren, die Blutdruckmessung, die Blutentnahme und das Bestimmen spezifischer kardialer Parameter im Blut oder auch eine Angiographie (Kontrastdarstellung der Blutgefäße).

Die immer weiter voranschreitende Spezialisierung innerhalb der Kleintiermedizin erfordert eine ständige Fort- und Weiterbildung, um für Ihr Tier eine optimale Versorgung zu gewährleisten.

Dr. André Mischke beschäftigt sich seit 1997 intensiv mit der Kardiologie und bleibt durch den Besuch von Fortbildungen sowie die Teilnahme an den Veranstaltungen der nationalen und europäischen kardiologischen Gremien auf dem neuesten Stand, insbesondere auch bei der präventiven Zuchtuntersuchung.

Die möglichen anzuwendenden Verfahren sind:

Herzulltraschalluntersuchung (Echokardiografische Untersuchung)

Die Echokardiografie ist eine nichtinvasive, bildgebende Untersuchung des Herzens in Echtzeit. Ihr Tier liegt dabei weich und gepolstert auf der Seite (alternativ auch im Stehen möglich). Um ein gutes Bild zu erzielen, wird eine kleine Stelle (ca. 1x1cm) im Achselbereich links und rechts rasiert. Ein wenig Alkohol und Gel sind notwendig, um eine gute Ankopplung zwischen der Ultraschallsonde und der Haut herzustellen.

Die in Echtzeit erhaltenen Bilder und Bildsequenzen werden gespeichert und nach der Untersuchung ausgewertet. Routinemäßig werden alle Patienten entsprechend den Empfehlungen des Collegium Cardiologicum (Deutsche Gesellschaft von Tierkardiologen mit einheitlicher, standarisierter Untersuchung zur Verbesserung der Zuchthygenie) in 2D- und M-Mode sowie Farb- und Spektraldopplerverfahren untersucht. Die 2D- und M-Mode Untersuchungen erlauben uns, die morphologischen Größenparameter der einzelnen Herzbestandteile wie Kammer- oder Vorkammergröße zu erfassen. Bei der Farbuntersuchung wird die Blutflussrichtung der roten Blutkörperchen kodiert und diese gibt uns Hinweise auf z.B. Kurzschlüsse (Shunts) zwischen den Herzkammern/ Vorkammern, aber auch zwischen den grossen Gefässen.

Bei der CW/PW Doppleruntersuchung sind wir in der Lage, die Geschwindigkeiten des Blutflusses zu messen. Dies können wir z.B. nutzen, um abnorm hohe Blutflussgeschwindigkeiten (Stenosen) und deren Schweregrad in der Aorta oder Pulmonalarterie zu diagnostizieren. Dies ist u.a. eine zuchtrelevante Untersuchung bei bestimmten Hunderassen.

Digitale Röntgenuntersuchung des Brustraumes

Digitales Röntgen ist eine Form des Röntgens, bei dem statt konventionellen Folien/Film-Systemen (wie früher bei der herkömmlichen Fotokamera) eine digitale Sensorenplatte unter dem Röntgentisch liegt. Diese verarbeitet die ausgesandte Röntgenstrahlung direkt, und das Bild erscheint sofort auf dem Computerbildschirm. Der Entwicklungsprozess des Röntgenbildes entfällt dabei. Das ermöglicht eine sofortige Betrachtung des Bildes bei einer stabilen, sehr guten Qualität. Dies ist u.a. bei der Evaluierung von Bildern der Lunge wichtig.

Eine Weitergabe der Röntgenbilder ist an Kollegen oder Tierbesitzer problemlos per Internet möglich.

Elektrokardiogramm (EKG)

Das Elektrokardiogramm ist für ihr Tier eine schmerzfreie Untersuchung bei dem es bequem auf der Seite liegt und Klemmelektroden an den Beinen befestigt werden. Über diese Klemmelektroden  wird die elektrische Aktivität der Herzmuskelfasern in Form einer immer wiederkehrenden Grafischen Darstellung auf einem Bildschirm projeziert.

Sie hilft uns vor allem in der Diagnostik von Herzrhythmusstörungen aber auch in der Kontrolle bestimmter Therapien. Das durch uns verwendete digitale und computergestützte EKG bietet ein umfangreiches Messprogramm und nebenher auch die Möglichkeit die Aufzeichnung beliebig lange mitlaufen zu lassen.

Blutdruckmessung (Dopplerverfahren)

Das Wissen um den systemischen Blutdruck ihres Tieres ist ein integraler Bestandteil bei der Behandlung von vielen Herz Kreislauferkrankungen, aber auch bei internistischen Problemen, wie Nierenerkrankungen (insbesondere bei Katzen). Sowohl ein zu hoher, als auch ein zu niedriger Blutdruck kann dabei problematisch sein.

Die Blutdruckmessung erfolgt ähnlich der in der Humanmedizin durchgeführten Messung. Es wird in ruhiger Umgebung ein Dopplerkristall an einer Arterie am Bein (meist im Pfotenbereich) oder am Schwanzansatz angesetzt. Oberhalb der Arterie wird eine Manschette aufgeblasen bis kein Puls mehr hörbar ist. Dann wird langsam bis zum Hören des arteriellen Pulses (systolischer Blutdruck) die Manschette entlüftet.

In Abhängigkeit von der Höhe des Blutdruckes ist eine medikamentelle Therapie notwendig.

Blutentnahme (Bestimmen spezifischer kardialer Parameter im Blut)

Kardiale Serologische Funktionsparameter

In den letzten Jahren hat sich in der Sicherheit und Aussagekraft verlässlicher kardialer Blutparameter sehr viel getan. So ist es es heutzutage üblich, neben den althergebrachten Werten wie LDH, CK und a-HBDH, die für das Herz sehr spezifischen Parameter wie pro ANP, Nt- pro BNP und Troponin I zu bestimmen.
Rückschlüsse können u.a. auf pathologische Druckverhältnisse am Herzen, auf Rhythmusstörungen, Volumenüberladungen und myokardiale Zellschädigungen gewonnen werden.

24-Stunden-EKG (Holter EKG)

Bei einer Holter-Untersuchung erfolgt eine kontinuierliche EKG Aufzeichnung über 24 Stunden.

Das gibt uns die Chance versteckte Rhythmusstörungen, die z.B. im normalen EKG (im Regelfall nur 5 min Aufzeichnungsdauer) nicht sichtbar sind, zu erkennen und zu analysieren. Diese 24 Stunden Überwachung erlaubt uns eine fundierte Analyse, z.B. ob eine antiarrhythmische Therapie notwendig ist. Ausserdem wird sie zur Therapiekontrolle einer bestehenden Medikation eingesetzt. Dazu wird der Brustkorb links und rechts im Bereich der Achsel und am Brustbeinende auf einer Fläche von ca. 4×2 cm rasiert. Auf diese Stellen werden 5 Klebeelektroden plaziert. Mittels Kabel, die unter einem gepolsterten Brustverband gut versteckt werden, erfolgt die Verbindung zum Holtergerät. Ihr Hund darf in diesen 24 Stunden nicht schwimmen gehen und sollte auch nur unter Aufsicht mit anderen Hunden spielen.

Ein von Ihnen angefertigtes Tagesprotokoll erlaubt uns, verdächtige Rhythmusstörungen bestimmten Zeitphasen zuzuordnen. Das Holter-EKG ist bei bestimmten Hunderassen (z.B. beim Dobermann) für eine Früherkennung von Herzerkrankungen unerlässlich.

Angiographie (Kontrastdarstellung der Blutgefäße)

Die Angiographie ist ein Verfahren bei der in der Medizin mittels Kontrastmittel Blutgefäßverläufe dargestellt werden. Dazu können bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Röntgen, MRT und CT eingesetzt werden. In der Kardiologie wird es u.a. zur Darstellung von komplexen Missbildungen genutzt.