Spezialist für Chirurgie und Orthopädie, Neurochirurgie - Tierarzt Dr. Martin Wenzel - www.kleintierzentrum-harsefeld.de

Chirurgie und Orthopädie

In unserem Kleintierzentrum stehen uns drei Operationsräume zur Verfügung. Im septischen OP können Abszesse oder infizierte Wunden chirurgisch versorgt werden. Dadurch ist sichergestellt, dass keine Keime in die aseptischen Operationsräume gelangen. Weiterhin gibt es einen OP für Weichteilchirurgie und einen OP für Knochen- und Gelenkchirurgie).

Im orthopädischen OP steht ein Durchleuchter (C-Bogen), so dass bei Eingriffen während der Operation eine unmittelbare Kontrolle möglich ist.

Alle chirurgischen Eingriffe werden in Allgemeinnarkose mithilfe eines Narkosegerätes durchgeführt. Hierbei werden nach einer intravenösen Einleitungsnarkose die schonenden Narkosegas „Isofluran“ oder „Sevofluran“ verwendet. Zudem besteht die Möglichkeit der vollständigen künstlichen Beatmung. Zur Narkoseüberwachung gehören dabei ein EKG-Monitor, ein Pulsoximeter (Messung des Sauerstoffgehalts im Blut sowie der Pulsfrequenz) und ein Capnometer (Messung des Kohlendioxidgehalts in der Ausatemluft und der Atemfrequenz). Bei Bedarf können intraoperativ zusätzlich die Blutgase bestimmt und eine nichtinvasive Blutdruckmessung durchgeführt werden.

Vor einer Operation kann bei manchen Patienten eine eingehendere Untersuchung zur Narkosefähigkeit sinnvoll sein. In diesen Fällen können Blutwerte in unserem Labor sofort bestimmt oder ein Herzultraschall durchgeführt werden.

Die umfangreiche Ausstattung an OP-Instrumentarium erlaubt es uns, alle gängigen Weichteiloperationen abzudecken. Darüber hinaus sind wir ebenfalls spezialisiert in allen orthopädischen und neurochirurgischen Operationen (z.B. Knochen-, Gelenk- und Wirbelsäulenoperationen).

Viele gelenkorthopädische Operationen werden von uns minimalinvasiv mittels Gelenkspiegelung (Arthroskopie) durchgeführt.

Weichteilchirurgie

(Alle chirurgischen Eingriffe, die nicht Knochen oder Gelenke betreffen)

Routinemäßig werden Operationen an allen Organen durchgeführt (Magen, Darm, Niere, Nebenniere, Blase, Leber, Milz, Bauchspeicheldrüse, Prostata usw.)

Beispiele für Weichteiloperationen:

  • Entfernung der Keimdrüsen
  • Fremdkörper in Magen oder Darm
  • Magendrehung
  • Darmresektion
  • Milzentfernung
  • Nierenentfernung
  • Harnblasensteine
  • Zwerchfellriss
  • Leistenbruch
  • Dammbruch (Perinealhernie)
  • Bauchspeicheldrüsenteilentfernung
  • Tumorentfernungen
  • Penisamputation
  • u. v. m.

Knochenchirurgie (Osteosynthese)

Häufigster Anlass für diese Operationen sind Knochenbrüche, aber auch die Behebung von Wachstumsstörungen (Korrekturosteotomie). Nachfolgend ein kurzer Überblick über die gängigsten hierbei zum Einsatz kommenden Techniken.

1. Plattenosteosynthese

Der Knochenbruch wird mittels einer Platte und Schrauben stabilisiert. Idealerweise verwendet man dazu winkelstabile Verriegelungssysteme.

[caption id="attachment_284" align="alignleft" width="315"]Verriegelungsplatte Verriegelungsplatte[/caption]

[caption id="attachment_285" align="alignleft" width="315"]Verriegelungsschraube mit Gewinde im Schraubenkopf Verriegelungsschraube mit Gewinde im Schraubenkopf[/caption]

Knochenchirurgie Knochenchirurgie

[video width="528" height="240" mp4="https://www.kleintierzentrum-harsefeld.de/wp-content/uploads/videos/LCP_APPLE.mp4"][/video]

Beispielvideo zu den Vorteilen einer Verriegelungstechnik
(Implantatbilder und Video mit freundlicher Genehmigung von DePuySynthes)

Dynamische Kompressionsplatte Dynamische Kompressionsplatte
Dynamische Kompressionsplatte
Femurfraktur Femurfraktur

 

2. Markraumnagelung

Stabilisierung des gebrochenen Knochens durch einen in die Markraumhöhle eingebrachten Stahlnagel.

3. Fixateur externe

Äußere Schienung des Knochens mittels durch die Haut eingebrachter Bohrdrähte, die außen mit Gelenkstangen verbunden werden.

4. SOP

Innere Schienung des Knochens durch ein winkelstabiles Verriegelungssystem. Durch die Spezielle Konstruktion kann die Platte in 6 Freiheitsgraden verformt und dem Knochen optimal angepasst werden.

SOP SOP

(Implantatbilder mit freundlicher Unterstützung der Fa. Orthomed)

 

[caption id="attachment_269" align="alignnone" width="315"]SOP-Platte Versorgung einer Wirbelsäulenfraktur mittels SOP-Platte[/caption]

 

Gelenkchirurgie

Gelenk Chirurgie im Kleintierzentrum Harsefeld - www.kleintierzentrum-harsefeld.deWenn möglich werden Eingriffe an den Gelenken arthroskopisch durchgeführt (Gelenkspiegelung). Die dabei erhobenen Befunde werden durch eine Kamera aufgezeichnet und können Ihnen oder den überweisenden Tierärzten zur Verfügung gestellt werden.
Herkömmliche Techniken der Gelenköffnung finden in der Regel an den Hand- und Fußwurzelgelenken sowie bei Eingriffen an den Hüft- und Kniegelenken Anwendung.

Beispiele für Gelenkoperationen:

  • Oberschenkelkopfluxation
  • Oberschenkelkopfresektion
  • Denervation der Hüftgelenkkapsel
  • vollständiger Hüftgelenkersatz
  • Kreuzbandverletzungen
  • Meniskusriss
  • Bänderriss
  • Gelenk(teil)versteifung
  • u.v.m.

Hüftgelenkendoprothesen

Gibt es keine anderen möglichen Behandlungsverfahren, können bei schwerwiegenden dysplastischen Erkrankungen oder Fehlbildungen der Hüfte auch künstliche Gelenke implantiert werden.

Hüftgelenk(Fotos: www.innoplant.de)

THR Helica lat

Zeitgemäße chirurgische Versorgung von Kreuzbandrissen mittels TTA oder TPLO:

Bei einem Riss des vorderen Kreuzbandes entsteht das sogenannte Schubladenphänomen. Der Unterschenkel schiebt sich bei Belastung nach vorne, da durch das fehlende Kreuzband keine Stabilität im Kniegelenk mehr vorhanden ist. Beim Hund ist dieses Phänomen durch die nach hinten abfallende Gelenkfläche des Unterschenkelknochens besonders ausgeprägt.

TTA = Tibial Tuberosity Advancement

Das biomechanische Prinzip der TTA zur Versorgung des vorderen Kreuzbandrisses liegt in der Neutralisation des vorderen Schubladenphänomens. Die dadurch hervorgerufene Instabilität im betroffenen Kniegelenk trägt im Wesentlichen die Verantwortung für die entstehende Lahmheit sowie langfristige Schäden an den Menisken oder am Gelenkknorpel.

Bei der TTA bleibt die Kongruität im Gelenk erhalten und intraartikuläre Reizungen, vor allem der Patellasehne werden weitgehend vermieden. Die verwendeten Implantate bestehen aus Titan.

Somit stellt die TTA die OP-Methode dar, welche die schnellste postoperative Rekonvaleszenz verspricht. Trotz eines sehr schnell wieder normal erscheinenden Gangbildes müssen die Patienten nach dem Eingriff einige Wochen ruhig gehalten werden.

Implantate

(Implantatbilder mit freundlicher Unterstützung der Fa. Securos)

 

TRO Helica lat

TTA2:

Die Weiterentwicklung der bewährten TTA-Operationstechnik kommt gänzlich ohne Schrauben aus:

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TTA Rapid:

Diese stabilere Variante eignet sich für lebhafte Hunde, die schwer ruhig zu halten sind:

SawBone 1SawBone 2132-0012-28 pp

(Implantatbilder mit freundlicher Unterstützung der Fa. Leibinger) 

 

TPLO = Tibiaplateaulevelingosteotomie

Die TPLO korrigiert die Neigung zur vorderen Schublade durch eine Kippung der Gelenkfläche. Durch die neue, für jeden Patienten individuell zu bestimmende Ausrichtung, wird die Biomechanik des Gelenkes dahingehend verändert, dass die Belastungskräfte nur noch vertikal ausgerichtet sind und ein Verrutschen des Unterschenkels nicht mehr möglich ist.

Beide inzwischen weltweit als „Goldstandard“ anerkannte Methoden haben Vorteile gegenüber den herkömmlichen Techniken. Die Patienten erholen sich schneller und belasten die operierte Gliedmaße schon bald nach dem Eingriff. Auch bei Problempatienten mit lange zurück liegenden oder voroperierten Kreuzbandverletzungen, bestehender Arthrose oder Meniskusschaden sind gute Erfolge möglich.

Neben der TTA oder TPLO finden bei Kreuzbandrissen aber auch zahlreiche andere Techniken Anwendung. Hierzu beraten wir Sie gerne ausführlich.

Modelldarstellung

Modelldarstellung mit freundlicher Unterstützung der Fa. Synthes

TPLO postoperativ und nach 4 Jahren

TPLO postoperativ und 4,5 Jahre später

Degenerative Gelenkerkrankungen (z.B. Arthrose)

Nicht jeder chronische Arthrosepatient braucht eine Dauertherapie mit entzündungshemmenden Medikamenten. Manche Patienten dürfen auch wegen anderen bestehenden Krankheiten diese Mittel nicht über einen längeren Zeitraum einnehmen.

Alternative Verfahren eröffnen in diesen Fällen neue Behandlungsmöglichkeiten.

ABPS / Autologous Blood Processing System)

ABPS

Arthrex Inc. Alle Rechte vorbehalten. Patent pending.)

Gelenkknorpeldefekte können eine Arthrose einleiten. Molekularbiologische Untersuchungen haben ergeben, dass der wesentliche ursächliche Faktor der Arthrose das allgemeine Entzündungszytokin Interleukin-1 (IL-1) ist, das bei der Degeneration von Knorpelzellen und den entsprechenden Reparaturmechanismen eine entscheidende Rolle spielt.

In einem gesunden Gelenk befinden sich IL-1 und der Interleukin-1-Rezeptorantagonist (IL-1Ra) im Gleichgewicht. Bei einer Osteoarthritis wird nicht genügend IL-1Ra produziert, um die destruktiven Wirkungen des erhöhten IL-1 zu blockieren. Das Ergebnis sind Entzündung, Gelenkschmerzen und schließlich eine Zerstörung des Knorpels.

Beim Arthrex-ABPS System werden Monozyten (eine Unterart der weißen Blutkörperchen) an die Glaskügelchen gebunden. Dadurch werden die Zellen angeregt, ohne Gabe von Medikamenten regenerative und entzündungshemmende

Technik

Beim Arthrex-ABPS Prozess werden 50 ml Blut in eine Spritze abgenommen und in den Arthrex-ABPS Behälter übertragen. Das abgenommen Blut wird 16 – 24 Stunden lang bebrütet, um den Gehalt an entzündungshemmenden und regenerativen Proteinen zu steigern.

Nach der Inkubation wird der Arthrex-ABPS Behälter in eine Zentrifuge gestellt, um das Serum vom Blut zu trennen. Das Serum wird entnommen und kann in Spritzen oder Ampullen zur sofortigen Verwendung oder zum Einfrieren abgefüllt werde

Der Arthrex-ABPS Behälter besteht aus einem Röhrchen mit zwei Ventilen, das Glaskügelchen enthält, die eine möglichst große Oberfläche innerhalb der Röhre erzeugen. Aus dem Blut, welches in diesem speziellen Behälter bebrütet wird, kann autologes Serum abgespalten werden, das lokal im Gelenk benutzt werden kann.

Da das Serum vom körpereigenen Blut des Tieres stammt, ist die Wahrscheinlichkeit von unerwünschten allergischen oder anaphylaktischen Nebenwirkungen sehr gering

Literatur

1. M. Goldring: Osteoarthritis and Cartilage: The Role of Cytokines. Current Rheumatology Reports 2000; 2:459-465.

2. W. Arend, M. Malyak, C. Guthridge, C. Gabay: Interleukin-1 Receptor Antagonist: Role in Biology. Annual Review of Immunology 1998; 16:27-55.

3. D. Frisbie, C. Kawcak, N. Werpy, R. Park, W. McIlwraith: Clinical, biochemical, and histologic effects of intra-articular administration of autologous conditioned serum in horses with experimentally induced osteoarthritis. Amer Journal Vet Research, Vol. 68, No. 3, 2007.

4. DD. Frisbie, SC. Ghivizzani, PD. Robbins, et al: Treatment of experimental equine osteoarthritis by in vivo delivery of the equine interleukin-1 receptor antagonist gene. Gene Therapy 2002; 9:12-20.

© 2010, Arthrex Inc. Alle Rechte vorbehalten. Patent pending.

 

ACP (Autologous Conditioned Plasma)

In der Human- und Veterinärmedizin wird ACP seit vielen Jahren zur orthopädischen Behandlung eingesetzt.

ACP

(© 2010, Arthrex Inc. All rights reserved.)

Einleitung

Eigenblutprodukte finden bei zahlreichen orthopädischen Behandlungen zunehmendes Interesse. Die heilende Wirkung von Blutplasma wird durch Wachstumsfaktoren getragen, die aus Thrombozyten freigesetzt werden. Diese Wachstumsfaktoren leiten an der Applikationsstelle Selbstheilungs- und Regenerationsprozesse ein.

Vorteile

ACP (Autologes Konditioniertes Plasma) wird mit der Arthrex-ACP-Doppelspritze ambulant oder im OP innerhalb von Minuten hergestellt und impliziert. Die Zubereitung erfolgt in einem geschlossenen, sterilen System und ermöglicht somit eine praktische und sichere Handhabung.

Indikationen

  • Rupturen und Teilrupturen und Bändern
  • Tendinose und Ligamentose
  • frische Muskelfaserrisse
  • Chondromalazie
  • (partielle) Kreuzband-Rerupturen
  • Meniskusläsionen
  • Sehnennähte
  • Schlecht heilende Wunden

Wirkungsmechanismus

Thrombozyten werden außerhalb der Blutbahn aktiviert und setzen proliferative (z. B. Platelet Derived Growth Factor (PDGF)) und morphogene Proteine (Transforming Growth Factor (TGF)) frei.

Die Thrombozytendichte in ACP ist ca. doppelt so hoch wie in Vollblut. Die Konzentrationen aller gemessenen Wachstumsfaktoren sind im ACP signifikant höher als im Vollblut.

Von diesen Wachstumsfaktoren ist bekannt, dass sie für die Knorpelheilung wichtig sind.

Die wesentlichen Wirkungen sind:

  • Einleitung von Proliferation und Differenzierung verschiedener Zelltypen (z. B. Stammzellen, Osteoblasten und epidermale Zellen)
  • Verbesserung/Modulation der Produktion von Kollagen, Proteoglykan und TIMP (Tissue Inhibitor of Metallo-Proteinases)
  • Stimulation der Angiogenese
  • Chemotaxis

Zu diesen positiven Wirkungen scheinen synergistische Wirkungen von Wachstumsfaktoren beizutragen.

Zum Nachweis, dass ACP im Vergleich zu Vollblut höhere Konzentrationen von 7 gut dokumentierten, häufigen Wachstumsfaktoren enthält, hat Arthrex aus dem venösen Blut von 12 gesunden Spendern ACP hergestellt und die Konzentration folgender Wachstumsfaktoren bestimmt:

  • PDGF AB and BB Platelet-Derived Growth Factor
  • TGF beta 1 and beta 2 Transforming Growth Factor
  • IGF Insulin-like Growth Factor
  • EGF Epidermal Growth Factor
  • VEGF Vascular Endothelial Growth Factor

Die Konzentrationen aller gemessenen Wachstumsfaktoren sind im ACP signifikant höher als im Vollblut. Bei PDGF-AB ist sie 25-fach höher. Bei EGF, VEGF und PDGF-BB liegen die Konzentrationen 5 bis 11 Mal höher und bei IGF-I, TGF-b1 und -b2 beträgt der Anstieg wenigstens das 5-fache.

Literatur

1. Bosch G, et al, The effect of platelet-rich plasma on the neovascularization of surgically created equine superficial digital flexor tendon lesions, Scand J Med Sci Sports, 2011; 21(4): 554-61.

2. Georg R, et al, Autologous conditioned plasma as therapy of tendon and ligament lesions in seven horses, J Vet Sci, 2010; 11(2): 173-5.

3. Saito M, et al, Intraarticular administration of platelet-rich plasma with biodegradable gelatin hydrogel microspheres prevents osteoarthritis progression in the rabbit knee, Clin Exp Rheumatol, 2009, 27(2): 201-7.

4. Carter CA, et al, Platelet-rich plasma gel promotes differentiation and regeneration during equine wound healing, Exp Mol Pathol, 2003; 74(3): 244-55.

5. Molina-Minano F, et al, The use of plasma rich in growth factors on wound healing in the skin: experimental study in rabbits, Int Wound J, 2009; 6(2): 145-8.

Mehr zu diesem Thema:

http://www.netzathleten.de/gesundheit/ratgeber-gesundheit/item/2493-acp-eigenblut-therapie-schnellere-heilung-bei-sportverletzungen

http://www.netzathleten.de/gesundheit/aufgedeckt/item/4553-arthrose-orthopaeden-warnen-vor-nahrungsergaenzungsmitteln